Viele Menschen kennen dieses nagende Gefühl: Trotz beruflicher Erfolge oder akademischer Leistungen haben wir das Gefühl, ein Betrug zu sein. Dieses Phänomen nennt man Imposter-Syndrom, auch als Hochstapler-Syndrom bekannt. Betroffene zweifeln ständig daran, ob ihre Erfolge wirklich verdient sind, und fürchten, dass andere sie als Betrüger entlarven könnten. Doch es gibt Wege, diesen inneren Kritiker zum Schweigen zu bringen – die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist eine der wirkungsvollsten Methoden.
Typische Anzeichen und der Teufelskreis des Perfektionismus
Typische Anzeichen des Imposter-Syndroms sind ständige Selbstzweifel, das Gefühl, jederzeit entlarvt zu werden, oder das ständige Vergleichen mit anderen. Besonders häufig tritt das Syndrom bei Perfektionisten auf, die jede kleinste Schwäche als Beweis für ihre Unfähigkeit werten. Wenn du mehr über die Ursachen erfahren möchtest, schau dir unseren Artikel über psychologische Glaubenssätze an.
Obwohl wir objektiv wissen, wie viel wir leisten, fühlen wir uns innerlich unzulänglich. Doch wir sollten uns klar machen: Das Imposter-Syndrom ist eine irrige Wahrnehmung, kein Beweis für unsere tatsächliche Leistung. Es ist wichtig, frühzeitig gegenzusteuern, um ein Burnout-Risiko zu minimieren.
Wie die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) konkret hilft
Genau hier setzt die kognitive Verhaltenstherapie an. In der KVT lernen wir, unsere automatischen Gedanken zu erkennen und zu hinterfragen. Wir analysieren, woher unsere Zweifel kommen, und setzen bewusst positive Gedankenmuster dagegen.
Schritte der therapeutischen Begleitung:
- Erfolgs-Journaling: Wir führen uns unsere Erfolge vor Augen und sammeln konkrete Beweise für unsere Fähigkeiten.
- Realitätscheck: Wir lernen, Selbstkritik mit Selbstmitgefühl zu begegnen und Fakten von Gefühlen zu trennen.
- Exposition: Wir stellen uns Situationen, in denen wir uns „entlarvt“ fühlen könnten, und merken, dass unsere Ängste unbegründet sind.
Die KVT ist praxisnah und hilft uns, Schritt für Schritt neue Denkmuster zu etablieren. Ergänzend dazu bieten wir Übungen zur Stärkung des Selbstwertgefühls an.
Selbstakzeptanz und Austausch
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Selbstakzeptanz. In der KVT üben wir, uns selbst mit Freundlichkeit zu begegnen. Wir erkennen an, dass wir Fehler machen dürfen, ohne unseren Wert zu verlieren. Oft hilft es auch, mit anderen über diese Gefühle zu sprechen. Indem wir uns austauschen, merken wir, dass viele Menschen ähnliche Zweifel kennen. Das nimmt den Druck und normalisiert unser Erleben.
Zusammengefasst: Das Imposter-Syndrom ist weit verbreitet, doch mit kognitiver Verhaltenstherapie können wir unsere negativen Glaubenssätze auflösen. Wir sind nicht weniger kompetent, nur weil wir uns so fühlen – wir sind fähig, erfolgreich und es wert, unsere Erfolge anzuerkennen. Wenn du dich angesprochen fühlst, suche dir professionelle Unterstützung – es lohnt sich, an dich zu glauben.
Tipp: Weitere wissenschaftliche Einblicke in das Phänomen bietet die Original-Arbeit von Dr. Pauline Clance, welche den Begriff prägte (Pauline Clance: Imposter Phenomenon).

