Prüfungsangst ist ein weit verbreitetes Phänomen, das die Leistungsfähigkeit stark einschränken kann. Wenn das Herz rast, die Hände schwitzig werden und ein Blackout droht, stecken oft negative Denkmuster und Vermeidungsverhalten dahinter. Die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) bietet hier einen wissenschaftlich fundierten und effektiven Ansatz, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen und die Angst dauerhaft zu lindern.
Wie KVT bei Prüfungsangst wirkt
Die Kognitive Verhaltenstherapie basiert auf der Annahme, dass unsere Gedanken, Gefühle und unser Verhalten eng miteinander verknüpft sind. Bei Prüfungsangst sind es oft negative, katastrophisierende Gedanken („Ich werde versagen“, „Die anderen sind viel besser“, „Wenn ich durchfalle, ist meine Karriere vorbei“), die die körperlichen Angstsymptome auslösen und verstärken. Die KVT setzt an diesen drei Komponenten an:
Kognitive Umstrukturierung (Gedanken):
Betroffene lernen, ihre automatischen negativen Gedanken (Sorgen, Selbstzweifel) zu erkennen und zu hinterfragen (Gedankenprotokoll).
Realitäts-Check: Sind diese Gedanken wirklich wahr? Welche Beweise sprechen dafür, welche dagegen?
Alternativen finden: Die negativen Muster werden durch realistischere und hilfreichere Gedanken ersetzt („Ich habe mich gut vorbereitet und gebe mein Bestes“, „Ein Misserfolg ist keine Katastrophe, sondern eine Lernerfahrung“).
Verhaltensänderung (Verhalten):
Angstbewältigung statt Vermeidung: Anstatt Prüfungen aufzuschieben oder zu vermeiden, werden in der Therapie strategische Verhaltensübungen durchgeführt.
Exposition: Unter therapeutischer Begleitung werden schrittweise Prüfungssituationen simuliert (z.B. Rollenspiele, Probeklausuren). Dies hilft, die Angst in einer sicheren Umgebung zu konfrontieren und zu erleben, dass die befürchteten Katastrophen nicht eintreten.
Optimale Vorbereitung: Entwicklung von realistischen Lernplänen und effizienten Lernstrategien, um das Gefühl von Selbstwirksamkeit zu stärken.
Emotionale Regulation (Gefühle/Körper):
Erlernen von Entspannungstechniken (z.B. Progressive Muskelentspannung oder Atemübungen), um körperliche Anspannung und akute Angstsymptome schnell zu reduzieren.
Achtsamkeitsübungen helfen, im Moment zu bleiben und nicht in die Spirale der Zukunftsängste abzudriften.
Vorteile und nächste Schritte
Die KVT ist eine der am besten untersuchten und wirksamsten Methoden zur Behandlung von Angststörungen. Ziel ist es, Betroffene zu „ihrem eigenen Therapeuten“ zu machen, indem sie praktische Werkzeuge für den Umgang mit zukünftigen Stresssituationen erlernen.

